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18:04

Basic Instinct (1992)

(Paul Verhoeven)


«ein kalter und herzloser Film»

Kathleen Maher, The Austin Chronicle, 27. März 1992




USA 1992
Regie: Paul Verhoeven
Buch: Joe Eszterhas
Kamera: Jan de Bont
Darsteller: Michael Douglas (Det. Nick Curran), Sharon Stone (Catherine Tramell), George Dzundza (Gus Moran), Jeanne Tripplehorn (Dr. Beth Garner), Leilani Sarelle (Roxy), Dorothy Malone (Hazel Dobkins), Wayne Knight (John Correli)
Länge: 127 Minuten



Reaktionen:

• Auch möchte ich dich inständig bitten, dass du dir die Zeit nimmst, dich gemeinsam mit mir und Vertretern der Schwulengemeinde an einen Tisch zu setzen. Ich sehe ja ein, dass du beschäftigt bist, aber ich denke, es wäre nur fair, wenn wir uns ihre Belange aus erster Hand anhören. Wir alle sind letzten Endes in der Kommunikationsbranche tätig. Und wenn sich manche Leute verletzt fühlen, glaube ich, haben wir eine Verantwortung als Menschen und Filmemacher, ihnen zuzuhören. (Aus einem Brief von Joe Eszterhas an Paul Verhoeven vom 15. April 1991)

• Bevor das Skript nicht völlig überarbeitet ist und die Voraussetzungen sich verändert haben, werden wir nicht aufhören zu demonstrieren. [...] Wir haben den Drehplan des Films, und wir werden die Dreharbeiten auf öffentlichen Straßen ordentlich aufmischen. Jonathan Katz von Queer Nation, Los Angeles Times, 29. April 1991

• Auch unabhängig von dieser Debatte ist Basic Instinct ein kalter und herzloser Film. [...] Bei den Protesten geht es nicht um eine Figur, die bisexuell ist und eines Mordes verdächtigt wird. Die Aktivisten protestieren, weil es im Film eine ganze Reihe von homosexuellen Charakteren gibt und nicht einer davon als normaler, gesunder Erwachsener dargestellt wird. Vielmehr wird in Basic Instinct der Eindruck erweckt, als sei die weibliche Sexualität mal wieder die Quelle allen Übels. Kathleen Maher, The Austin Chronicle, 27. März 1992

• Ich war schockiert. Diese Proteste zeigen die ganzen Verfallserscheinungen der Schwulenpolitik. Das war ein pornografischer Film, der nationale Verbreitung erfuhr. Er hätte eigentlich als extrem und schön und bizarr gefeiert werden müssen. Als ich die Schönheit des Films wahrnahm, wurde mir klar, dass die Schwulenaktivisten sich schon so sehr zu einer Clique mit Kreml-Mentalität entwickelt hatten, dass sie völlig den Kontakt zum Volk verloren haben. Je mehr man sich in Gruppen zurückzieht, desto mehr verliert man seine Instinkte, man ist so abgestumpft durch das Aktivisten-Weltbild, dass man nicht einfach genießen kann und sagen, ‹Junge, das ist ein Knaller! Wow! Sieh dir Sharon Stone an.› Das war ein revolutionärer Film, der die amerikanische Mittelschicht mit einem pornografischen Stil und einer pornografische Sprache konfrontierte. Es macht mich krank, dass er, statt als revolutionär zu gelten, als reaktionär abgestempelt wurde. Kulturhistorikerin Camille Paglia, die den Audiokommentar zur DVD von Basic Instinct verfasste, 1995 in einem Interview auf der Online-Enzyklopädie für homosexuelle Kultur.


Trailer (Quelle: youtube)