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18:08

Die letzte Versuchung Christi (1988)

(Martin Scorsese)


«Der Film ist eine der raffiniertesten Verführungen und Blasphemien, welche die Welt je gesehen hat.»

Mutter Basilea Schlink über Die letzte Versuchung Christi



USA 1988
Regie: Martin Scorsese
Buch: Paul Schrader nach dem Roman von Nikos Kazantzakis
Kamera: Michael Ballhaus
Darsteller: Willem Dafoe (Jesus), Harvey Keitel (Judas), Barbara Hershey (Maria Magdalena), Verna Bloom (Maria)
Länge (DVD): 164 Minuten



Reaktionen:

Pfarrer geloben Boykott von Scorseses Jesusfilm
Eine Gruppe von südkalifornischen protestantischen Geistlichen drohte heute damit, einen Boykott von Unternehmen der MCA [Music Corporation of America] zu organisieren, falls Universal Pictures den neuen Film von Martin Scorsese Die letzte Versuchung Christi herausbringe.
Keiner der Pfarrer hat den Film gesehen, jedoch behaupteten sie – nachdem sie zwei Drehbücher gelesen hatten – der Film stelle Jesus als ‹einen geistig verdrehten und lustgesteuerten Mann› dar, ‹der Judas Iscariot davon überzeugt, Ihn zu verraten›. [...]
Die Pfarrer, angeführt von Tim Penland, der bei Universal angestellt war, um den Film der christlichen Gemeinde nahe zu bringen, der aber im letzten Juni gekündigt hatte, erklärten auf einer Pressekonferenz, dass Universal ein Abkommen verletzt habe, das es ‹einer ausgewählten Gruppe christlicher Kirchenvertreter› erlaubt hätte, ‹den Film vorab zu sichten, um eventuelle Einwände geltend zu machen›. [...]
Alle Pfarrer, die sich auf der Pressekonferenz äußerten, beharrten darauf, dass sie – obwohl sie den Film verhindern wollten – keine Zensur befürworteten. Pfarrer Dr. Jack Hayford von The Church On The Way [...] sagte, der Film erniedrige Jesus in einer Art und Weise wie Schwarze und Moslems nicht erniedrigt werden dürften. Andere Sprecher, einschließlich Bill Bright, Präsident der Campus Crusade for Christ, beklagten, dass ‹eine Hand voll Menschen mit großem Reichtum und verdorbenem Geist› die Welt korrumpiere. [...]
Viele Geistliche im Publikum sagten, dass sie schon jetzt in ihren Gemeinden Flugblätter mit der Telefonnummer der Universal-Zentrale und einer Liste der Firmen, deren Inhaber MCA ist, verteilten.
Penland berichtete, dass Donald Wildmond, ein fundamentalistischer Prediger aus Tupelo, Mississippi, der 1982 einen Boykott der NBC angeführt hatte, mit 170.000 Pastoren in Kontakt getreten sei, 2,5 Millionen Aktionspakete verschickt habe und von allen Kinos in San Antonio die Zusage erhalten habe, dass der Film dort nicht gezeigt werde. [...] (Aljean Harmetz, New York Times, 13. Juli 1988.)

• Der in mehreren Darstellungen biblischer Episoden plakative und enttäuschend flache Film stellt sich durch sein Gottesbild und die Zeichnung Jesu Christi in grundsätzlichen Widerspruch zur christlichen Heilsbotschaft. In ihrem ikonographischen Charakter wirken die Bilder ohne spirituelle Kraft und verfehlen den zentralen Aspekt des christlichen Glaubens, die erlösende Anteilnahme Gottes am existentiellen Sein des Menschen. Zuschauer, die den dargestellten Jesus als Jesus der Bibel (miss-)verstehen, können zu Recht Anstoß nehmen. (Stellungnahme der Katholischen Filmkommission)


Trailer (Quelle: youtube)