{"id":272,"date":"2021-05-05T09:18:35","date_gmt":"2021-05-05T08:18:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.skandalfilm.net\/?p=272"},"modified":"2021-05-07T08:13:35","modified_gmt":"2021-05-07T07:13:35","slug":"das-schweigen-1963","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.skandalfilm.net\/?p=272","title":{"rendered":"DAS SCHWEIGEN (1963)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>TYSTNADEN<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.skandalfilm.net\/wp-content\/uploads\/DASSCHWEIGEN.jpg\" rel=\"prettyphoto[g272]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.skandalfilm.net\/wp-content\/uploads\/DASSCHWEIGEN.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-273\" width=\"200\" height=\"284\" srcset=\"https:\/\/www.skandalfilm.net\/wp-content\/uploads\/DASSCHWEIGEN.jpg 352w, https:\/\/www.skandalfilm.net\/wp-content\/uploads\/DASSCHWEIGEN-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>\u00ab<strong>So werden die K\u00fcnstler zu Totengr\u00e4bern der Gesellschaft.<\/strong>\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weihbischof Walther Kampe \u00fcber DAS SCHWEIGEN<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:1px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Schweden 1963<br \/>Schwarzwei\u00df<br \/><strong>Buch und Regie:<\/strong> Ingmar Bergman<br \/><strong>Kamera:<\/strong> Sven Nykvist<br \/><strong>Darsteller:<\/strong> Ingrid Thulin (Ester), Gunnel Lindblom (Anna), J\u00f6rgen Lindstr\u00f6m (Johan), Hakan Jahnberg (der junge Kellner), Birger Malmsten (Barkellner)<br \/><strong>L\u00e4nge:<\/strong> 95 Min.<\/p>\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Reaktionen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>\u00abWenn Millionen einem Kunstwerk zustr\u00f6men, das, vermindert um drei Szenen, vielleicht nur einige Hunderttausende angelockt h\u00e4tte, dann enthalten diese Szenen etwas, das Millionen ber\u00fcckt. Ist es, ohne dem oft zitierten S\u00e4ugetier zu nahte treten zu wollen, ganz einfach das \u2039Schweinische\u203a? Sind alle jene, die sonst nicht in diesen Film gegangen w\u00e4ren, nun nichts anderes als \u2039Ferkel\u203a oder zumindest \u2039Ferkelchen\u203a?\u00bb<br \/><em>Georg Ramseger, Die Welt, 23. November 1963<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u00abDie Vorf\u00fchrung eines solchen Films und den Ansturm auf diesen Film kann ich nur als ein Anzeichen eines sittlichen Niedergangs ansehen, der weite Teile unseres Volkes ergriffen hat. Unser Volk wird durch den Film in neuem und erschreckendem Ausma\u00df demoralisiert.\u00bb<br \/><em>Der evangelischer Landesbischof von Oldenburg Gerhard Jacobi im Dankesschreiben an den Landrat Hermann Kr\u00e4mer, der DAS SCHWEIGEN am 13. Mai 1964 in seinem Kreis verbieten lie\u00df<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u00abM\u00f6gen Ingmar Bergman und andere auf die Kontrastwirkung abzielen, um die Menschen auf ihren heillosen Zustand aufmerksam zu machen, so gehen sie doch fehl, da sie die Massenwirkung nicht bedacht haben. Die Masse wird nicht abgeschreckt, sondern f\u00fchlt sich best\u00e4tigt. So werden die K\u00fcnstler, ohne es zu wollen, zu Totengr\u00e4bern der Gesellschaft, die das Leichengift der Verwesung verbreiten, anstatt es durch Antitoxine unsch\u00e4dlich zu machen. Niemand von uns w\u00fcnscht die Zensur, aber wenn kein soziales Verantwortungsbewusstsein den K\u00fcnstler aus seiner individualistischen Selbstzerfleischung rettet, muss die Gesellschaft schlie\u00dflich doch als letztes Mittel nach dem Staat als Zensor rufen.\u00bb<br \/><em>Der katholische Limburger Weihbischof Walther Kampe<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u00abWir deutschen Bisch\u00f6fe wenden uns an alle Verantwortlichen in der Filmwirtschaft und ihren Organisationen wie auch in der Filmselbstkontrolle; wir wenden uns an die kompetenten Stellen im Bund und in den L\u00e4ndern mit dem ernsten Aufruf nach eingehender \u00dcberpr\u00fcfung unseres Filmwesens. Unser Volk ist nicht nur von au\u00dfen bedroht. Was soll eine Freiheit, welche \u2013 um mit dem Apostel Paulus zu reden \u2013 zum \u2039Deckmantel der Bosheit\u203a missbraucht wird? Unsere Gesellschaft kann keinen Bestand haben ohne die Atmosph\u00e4re der Ehrfurcht, der W\u00fcrde und der Sauberkeit.\u00bb<br \/><em>Die katholischen Bisch\u00f6fe in einem an die SPIO, die FSK sowie die FBW gerichteten Protestschreiben vom 10. Juni 1964<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u00ab<strong>\u00d6ffentliche Warnung der Humanistischen Union vor der \u2039Aktion Saubere Leinwand<\/strong><br \/>Unter der Devise des Kampfes f\u00fcr eine \u2039saubere Leinwand\u203a ist in einer Reihe von St\u00e4dten eine Aktion angelaufen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Auff\u00fchrung von Filmen zu unterbinden, die bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen f\u00fcr unmoralisch und sittengef\u00e4hrdend halten.<br \/>Die Humanistische Union bestreitet keiner dieser Gruppen das Recht, ihre \u00dcberzeugungen zu verbreiten und das Urteil und Verhalten m\u00f6glichst vieler B\u00fcrger in ihrem Sinne zu beeinflussen. Die Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Welt- und Menschenbildern ist das Lebenselement einer freiheitlichen Gesellschaft.<br \/>Es ist jedoch, wo nicht die erkl\u00e4rte Absicht, so die zwangsl\u00e4ufige Konsequenz der von der \u2039Aktion Saubere Leinwand\u203a erhobenen Forderungen, dass ihre Auffassung von Kunst und Moral nicht durch Argumente, sondern nur mit Hilfe des Staates durchgesetzt werden kann. Die inszenierte \u2039Volksbewegung\u203a soll Anlass und Material f\u00fcr einen von einer Gruppe von CDU\/CSU-Bundestagsabgeordneten unterst\u00fctzten Antrag auf \u00c4nderung des Grundgesetzes liefern. Dieser Antrag sieht vor, die in Artikel 5 garantierte Freiheit von Kunst und Wissenschaft zuk\u00fcnftig an die \u2039allgemeine sittliche Ordnung\u203a zu binden. Eine solche Einschr\u00e4nkung w\u00fcrde nach dem Wunsch und Willen der Antragsteller Polizei und Staatsanwaltschaft instand setzen, alle k\u00fcnstlerischen und wissenschaftlichen Werke zu verbieten, die mit den zur Allgemeinverbindlichkeit erhobenen Kunst- und Moralvorstellungen der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden nicht in Einklang zu bringen sind. Es w\u00e4re dies der Anfang vom Ende der Bem\u00fchungen, nach den Erfahrungen der Jahre 1933 bis 1945 wenigstens im westlichen Teil Deutschlands die Spielregeln eines freiheitlichen Kulturstaates heimisch zu machen.<br \/>Die Entscheidung \u00fcber Bejahung oder Ablehnung einer wissenschaftlichen These oder eines k\u00fcnstlerischen Werkes, \u00fcber das Anschauen oder Nichtanschauen eines Filmes, steht in einer demokratischen Gesellschaft keiner staatlichen Instanz und auch keiner Unterschriften-Kampagne, sondern allein dem einzelnen m\u00fcndigen Staatsb\u00fcrger zu. F\u00fcr Schutz der Minderj\u00e4hrigen, der immer wieder als Argument f\u00fcr den Feldzug herhalten muss, ist gerade in der Bundesrepublik ausreichend gesorgt. Sie zeichnet sich durch eine besonders strenge Jugendschutzgesetzgebung aus und hat unter allen westlichen L\u00e4ndern den h\u00f6chsten Prozentsatz von Filmen, die f\u00fcr Jugendliche verboten sind. Die \u2039Aktion Saubere Leinwand\u203a ist der gef\u00e4hrliche Versuch, aus den geschmacklichen und moralischen Neigungen und Abneigungen eines Teiles der Bev\u00f6lkerung Kapital f\u00fcr eine politische Aktion zu schlagen, die durch einen Eingriff in die Verfassung unser geistiges und kulturelles Leben einer Gesinnungs- und Geschmacksgleichschaltung unterwerfen will, wie sie in autorit\u00e4r und totalit\u00e4r regierten L\u00e4ndern \u00fcblich ist. Die bisher vorliegenden Verlautbarungen der Aktion zeigen, dass wir es hier mit einer neuerlichen \u00fcblen Mobilisierung des sogenannten \u2039gesunden Volksempfindens\u203a gegen das zu tun haben, was die Diktaturen aller Schattierungen als \u2039entartete Kunst\u203a und \u2039zersetzende Wissenschaft\u203a diffamieren und verfolgen.<br \/>Die Humanistische Union h\u00e4lt ein Gespr\u00e4ch mit den Bef\u00fcrwortern der \u2039Aktion Saubere Leinwand\u203a nur f\u00fcr sinnvoll, soweit diese unmissverst\u00e4ndlich erkl\u00e4ren, dass sie bei der Diskussion um die zuk\u00fcnftige Entwicklung der Filmkunst und Filmindustrie nur ihre \u00dcberzeugung zur Geltung bringen, nicht aber andere \u00dcberzeugungen mit Hilfe von Polizei und Staatsanwaltschaft ausschalten wollen. Solange dieser durch viele Dokumente belegte Verdacht nicht ausger\u00e4umt ist, rufen wir alle politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Institutionen und Verb\u00e4nde und jeden einzelnen Staatsb\u00fcrger auf, sich dieser Warnung anzuschlie\u00dfen.\u00bb<br \/><em>Humanistische Union, gezeichnet: Prof. Otto Dix, Prof. Dr. Ossip K. Flechtheim, Prof. Dr. Dietrich Goldschmidt, Prof. Dr. D. D. Helmut Gollwitzer, Martin Held, Prof. Dr. Walter Jens, Dr. Erich K\u00e4stner, Helmut K\u00e4utner, Peter L\u00fchr, Prof. Dr. Alexander Mitscherlich, Erwin Piscator, Prof. Dr. Ulrich Sonnemann, Dr. Gerhard Szczesny, Oberlandesgerichtspr\u00e4sident Dr. Richard Schmid, Intendant Hans Schweikart, Bernhard Wicki. M\u00fcnchen, am 11. Juni 1965<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Trailer <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=tT0R8ZD9DTY\" rel=\"prettyphoto[g272]\"\">kurz<\/a> \/ <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XRhpKvfgZN8\" rel=\"prettyphoto[g272]\"\">lang<\/a><\/strong> (Quelle: YouTube)<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Screenshots:<\/strong> aus DVD, erschienen bei Arthaus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TYSTNADEN \u00abSo werden die K\u00fcnstler zu Totengr\u00e4bern der Gesellschaft.\u00bb Weihbischof Walther Kampe \u00fcber DAS SCHWEIGEN Schweden 1963Schwarzwei\u00dfBuch und Regie: Ingmar BergmanKamera: Sven NykvistDarsteller: Ingrid Thulin (Ester), Gunnel Lindblom (Anna), J\u00f6rgen Lindstr\u00f6m (Johan), Hakan Jahnberg (der junge Kellner), Birger Malmsten (Barkellner)L\u00e4nge: 95 Min. 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